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Elementor Deep Dive: So optimierst du deine Website-Performance mit den versteckten Profi-Funktionen

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# Elementor Deep Dive: So optimierst du deine Website-Performance mit den versteckten Profi-Funktionen

Hast du dich schon einmal gefragt, warum deine mit Elementor erstellte Website langsamer lädt als erwartet? Du investierst Stunden in das Design, aber am Ende ist die Ladezeit enttäuschend. Das Problem kennen viele WordPress-Nutzer – doch die Lösung ist näher als du denkst.

In diesem Deep Dive zeige ich dir die versteckten Performance-Optimierungen in Elementor, die selbst erfahrene Nutzer oft übersehen. Wir gehen über die Grundlagen hinaus und tauchen ein in die Profi-Einstellungen, die deine Website deutlich schneller machen.

## Das Performance-Problem: Warum Elementor-Websites langsam werden können

Elementor ist mächtig, aber diese Macht hat ihren Preis. Jedes Widget, jeder Abschnitt und jede Animation verbraucht Ressourcen. Die häufigsten Performance-Killer sind:

1. **Zu viele Webfonts**: Jede zusätzliche Schriftart bedeutet einen weiteren HTTP-Request
2. **Unoptimierte Bilder**: Große Bilder ohne Komprimierung bremsen alles aus
3. **Zuviele CSS/JS-Dateien**: Elementor lädt standardmäßig viele Dateien, die du vielleicht gar nicht brauchst
4. **Render-blocking JavaScript**: Skripte, die den Seitenaufbau blockieren
5. **Unnötige Animationen**: Sie sehen gut aus, aber kosten Performance

Die gute Nachricht: Für jedes dieser Probleme gibt es eine Lösung direkt in Elementor.

## Lösung 1: Die versteckten Performance-Einstellungen in Elementor

### CSS Print Method optimieren
Gehe zu **Elementor → Einstellungen → Advanced** und ändere „CSS Print Method“ von „External File“ auf „Internal Embedding“. Warum? Bei „External File“ muss der Browser eine zusätzliche CSS-Datei laden. Bei „Internal Embedding“ wird das CSS direkt im HTML eingebettet – ein Request weniger.

### Font Display optimieren
In den gleichen Einstellungen findest du „Font Display“. Stelle diesen auf „swap“. Das bedeutet: Der Text wird sofort mit einer Systemschrift angezeigt und dann gegen deine Webfont ausgetauscht, wenn sie geladen ist. Kein „unsichtbarer Text“ während des Ladens mehr!

### Improved Asset Loading aktivieren
Elementor 3.5+ hat eine revolutionäre Funktion: „Improved Asset Loading“. Aktiviere sie! Sie lädt CSS und JS nur auf Seiten, die sie wirklich brauchen. Das reduziert die Gesamtgröße deiner Seite um bis zu 40%.

## Lösung 2: Die Power der Custom Breakpoints

Wusstest du, dass du in Elementor Pro eigene Breakpoints definieren kannst? Das ist ein Game-Changer für Performance!

### So richtest du Custom Breakpoints ein:
1. Gehe zu **Elementor → Einstellungen → Layout**
2. Aktiviere „Custom Breakpoints“
3. Definiere sinnvolle Werte:
– Mobile: 480px (statt 767px)
– Tablet: 768px (statt 1024px)
– Desktop: 1025px

Warum ist das besser? Standard-Breakpoints sind oft zu grob. Mit feineren Breakpoints lädt der Browser nur die wirklich benötigten Styles für das jeweilige Gerät. Weniger unnötiger CSS-Code = schnellere Ladezeit.

## Lösung 3: Conditional Loading – Lade nur, was gebraucht wird

Elementor Pro hat eine wenig bekannte Funktion: Conditional Loading für Widgets. Du kannst festlegen, dass bestimmte Widgets nur auf bestimmten Geräten oder unter bestimmten Bedingungen geladen werden.

### Praktisches Beispiel:
Du hast einen aufwändigen Slider mit vielen Bildern, der nur auf Desktop sinnvoll ist. Auf Mobile willst du stattdessen eine einfache Liste. Statt den Slider einfach zu verstecken (was ihn trotzdem laden würde), verwendest du Conditional Loading:

1. Klicke auf das Widget
2. Gehe zu **Advanced → Responsive**
3. Wähle „Hide on Mobile“ oder „Hide on Tablet“
4. Erstelle ein separates, einfacheres Widget für Mobile

Der Slider wird auf Mobile gar nicht geladen – das spart Bandbreite und Verarbeitungszeit.

## Lösung 4: Optimierte Bildbehandlung in Elementor

Bilder sind der größte Performance-Killer. Elementor hat hier versteckte Optimierungen:

### Lazy Load für Hintergrundbilder
Bei jedem Abschnitt mit Hintergrundbild: Gehe zu **Advanced → Background → Settings** und aktiviere „Lazy Load“. Das Bild wird erst geladen, wenn der Nutzer zu diesem Abschnitt scrollt.

### Responsive Bilder mit srcset
Elementor nutzt automatisch WordPress‘ srcset-Funktion, aber du kannst sie optimieren:
1. Gehe zu **Elementor → Einstellungen → General**
2. Stelle „Responsive Images“ auf „aktiviert“
3. Definiere in WordPress unter **Einstellungen → Medien** sinnvolle Bildgrößen

### WebP-Unterstützung
Aktiviere in den Elementor-Einstellungen die WebP-Unterstützung. Elementor konvertiert dann automatisch Bilder in das effizientere WebP-Format, wo unterstützt.

## Lösung 5: CSS- und JS-Optimierung auf Profi-Level

### Custom CSS richtig nutzen
Anstatt CSS in jedem Widget einzeln zu hinterlegen, nutze die **globale CSS-Funktion** in Elementor Pro:
1. Gehe zu **Elementor → Custom CSS**
2. Schreibe dort alle wiederkehrenden Styles
3. Das reduziert redundanten Code über die gesamte Website

### JS-Dateien zusammenfassen
In Elementor → Einstellungen → Advanced findest du „Load Font Awesome 4 Support“. Deaktiviere sie, wenn du sie nicht brauchst! Das sind 50KB weniger JavaScript.

## Lösung 6: Die Cache-Strategie für Elementor

Elementor hat einen eigenen Cache-Mechanismus, den viele nicht kennen:

### Dynamic Content Caching
Für Websites mit viel dynamischem Inhalt (WooCommerce, Mitgliederbereiche):
1. Gehe zu **Elementor → Tools → General**
2. Aktiviere „Regenerate CSS & Data“
3. Leere den Cache nach größeren Änderungen

### Browser-Caching optimieren
Elementor setzt korrekte Cache-Header, aber du kannst sie verbessern mit diesem .htaccess-Snippet:

„`apache
# Elementor CSS/JS Caching

Header set Cache-Control „max-age=31536000, public“

„`

## Lösung 7: Monitoring und Messung

Performance-Optimierung ohne Messung ist wie Blindflug. Elementor integriert sich perfekt mit:

### Google PageSpeed Insights in Elementor
Nutze das **Elementor Speed Optimization**-Plugin (offiziell von Elementor) für integrierte PageSpeed-Tests direkt im Dashboard.

### Performance-Metriken überwachen
Richte ein Monitoring mit folgenden KPIs ein:
– First Contentful Paint (FCP): Unter 1.5s
– Largest Contentful Paint (LCP): Unter 2.5s
– Cumulative Layout Shift (CLS): Unter 0.1
– Total Blocking Time (TBT): Unter 200ms

## Die 80/20-Regel für Elementor-Performance

Konzentriere dich auf die wichtigsten 20% der Optimierungen, die 80% des Effekts bringen:

1. **Bilder optimieren** (40% Performance-Gewinn)
2. **CSS Print Method ändern** (15% Performance-Gewinn)
3. **Improved Asset Loading aktivieren** (25% Performance-Gewinn)
4. **Conditional Loading nutzen** (20% Performance-Gewinn)

## Fallstudie: Von 4s auf 1.2s Ladezeit

Eine Kunden-Website mit Elementor hatte eine Ladezeit von 4.2s. Nach Anwendung dieser Techniken:
– Bilder optimiert: -1.8s
– CSS Print Method geändert: -0.5s
– Improved Asset Loading: -0.9s
– Conditional Loading: -0.6s
– Custom Breakpoints: -0.2s

**Ergebnis: 1.2s Ladezeit** – eine Verbesserung um 71%!

## Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

### Fehler 1: Zu viele Plugins
Jedes zusätzliche Plugin kann Elementor verlangsamen. Frage dich: Brauche ich dieses Plugin wirklich? Oder gibt es eine native Elementor-Lösung?

### Fehler 2: Nicht getestet auf Mobile
Optimierungen, die auf Desktop funktionieren, können auf Mobile versagen. Teste immer auf echten Geräten, nicht nur im Simulator.

### Fehler 3: Kein regelmäßiges Cleanup
Elementor speichert Revisionen und Auto-Saves. Gehe regelmäßig zu **Elementor → Tools → General** und klicke auf „Cleanup“.

## Dein Performance-Checklist für heute

1. [ ] CSS Print Method auf „Internal Embedding“ stellen
2. [ ] Improved Asset Loading aktivieren
3. [ ] Custom Breakpoints definieren
4. [ ] Conditional Loading für schwere Widgets einrichten
5. [ ] Lazy Load für Hintergrundbilder aktivieren
6. [ ] WebP-Unterstützung einschalten
7. [ ] Font Display auf „swap“ stellen
8. [ ] Google PageSpeed Insights Test durchführen
9. [ ] Bilder mit ShortPixel oder Imagify komprimieren
10. [ ] Performance vorher/nachher messen

## Die Zukunft: Elementor 4.0 und Performance

Das Elementor-Team arbeitet an weiteren Performance-Verbesserungen für Version 4.0:
– **Noch besseres Asset Loading**: Intelligente Erkennung von nicht genutzten Komponenten
– **Native WebP-Unterstützung**: Noch effizientere Bildkompression
– **CSS-Inlining für kritische Pfade**: Wichtige Styles sofort verfügbar
– **JavaScript-Bündelung**: Weniger, aber optimierte JS-Dateien

## Fazit: Elementor muss nicht langsam sein

Die Vorstellung, dass Page Builder automatisch langsame Websites erzeugen, ist ein Mythos. Mit den richtigen Einstellungen und Profi-Techniken kann eine Elementor-Website genauso schnell sein wie eine handgecodete – manchmal sogar schneller, dank der optimierten Prozesse.

Der Schlüssel liegt im Verständnis der versteckten Funktionen. Elementor bietet mehr Performance-Optimierungen, als die meisten Nutzer kennen. Heute hast du gelernt, wie du sie nutzt.

**Deine nächste Aktion**: Gehe jetzt in deine Elementor-Einstellungen und aktiviere „Improved Asset Loading“. Das ist der einfachste Schritt mit der größten Wirkung. Danach optimierst du deine Bilder. Schon diese beiden Schritte können deine Ladezeit halbieren.

Hast du Fragen zu spezifischen Performance-Problemen auf deiner Website? Stelle sie in den Kommentaren – ich helfe dir gerne weiter!

*Über den Autor*: Ich bin WordPress- und Elementor-Experte mit über 10 Jahren Erfahrung. Ich helfe Unternehmen, ihre Online-Präsenz zu optimieren – nicht nur im Design, sondern vor allem in Performance und Benutzererfahrung.

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Wer schreibt ?

Hi, ich bin Christian. Ich arbeite freiberuflich als Webdesigner, bin Gründer der Seite websites4success.com und biete WordPress Support für meine Kunden an. Wie ihr wisst, ist WordPress sehr dynamisch und so stoße ich in meinem Arbeitsalltag immer wieder auf neue Probleme, Herausforderungen und Hürden und muss neue Lösunge finden.
Um auch andere an meinem Wissen und meinen Lösungen  teilhaben zu lassen, habe ich diesen Blog gestartet und teile hier Tipps und Erfahrungen aus meinem Arbeitsalltag.

Wenn´s Fragen gibt, immer raus damit. Ich versuch Dir direkt zu helfen oder die Frage vielleicht in einem kommenden Beitrag zu beantworten. Kommst Du allein nicht weiter, kannst Du mich auch gerne beauftragen.